Gute Bilder, schlechte Bilder

Hallo liebe Leser/innen,

heute möchte ich mit euch mal über etwas reden, was mich in letzter Zeit stark beschäftigt.

Was genau ist ein gutes und was ein schlechtes Bild?
Aus technischer Sicht könnte man sagen die Verschlusszeit, die Blende oder der ISO-Wert sind „falsch“ eingestellt. Oder aber der Bildausschnitt ist „schlecht“ gewählt.  Vielleicht hat auch jemand den „Fehler“ gemacht im harten Sonnenlicht zu fotografieren und hat deshalb harte Schatten im Bild.

Aber ist das alles wirklich falsch? Gibt es sowas wie schlechte Bilder überhaupt?

Ich meine klar kann ein Bild, sowohl kreativ als auch technisch vielleicht schöner umgesetzt werden, aber das macht ein Bild doch nicht schlecht oder?
Ich meine, wenn ich überlege wie meine ersten Fotos waren und wie toll sie die Leute in meiner Umgebung fanden. Ist ein Bild nicht dann schön, wenn es für den oder die Betrachter schön ist?

Was ist eure Meinung dazu?
Ich freue mich eure Meinung zu hören.

Liebe Grüße,
Euer Jason

 

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11 Kommentare zu „Gute Bilder, schlechte Bilder

  1. “ […] weil ich das Gefühl habe, dass immer öfter verlangt wird sowohl technisch als auch kreativ das non plus ultra bei Bildern haben zu müssen, da man sonst runter gemacht wird von einigen. Ich mein, irgendwo sollte einem sowas auch am A**ch vorbei gehen.“

    Wobei man sich die Frage stellen sollte, wer dieses Verlangen eigentlich hat. Das „normale“ Publikum? Andere Fotografen? Fotoblogs sind ähnlich wie so viele Dinge im Web irgendwann wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Manch einer wird da ziemlich krass selektieren und sich nur „die Perlen“ raussuchen – was auch immer das für ihn oder sie bedeutet. Das heißt aber nicht gleichzeitig, dass der Rest schlecht oder schlechter ist. Hinzu kommt auch, dass es genug Individuen da draußen gibt, die anderen ihren Erfolg nicht gönnen. Kann man, finde ich, recht gut an den Kommentaren unter vielbesuchten YouTube-Videos sehen. Der Kommentarstil, der da teilweise gepflegt wird, ist unter aller Kanone.
    Viel wichtiger, als der Anspruch den andere an dich stellen, ist doch der Anspruch, den du selber an deine Arbeit hast. Wenn du dem gerecht wirst, kannst du sie auch gegen andere verteidigen. Meistens jedenfalls. Ansonsten gilt: Was andere über dich denken ist meist viel bezeichnender für sie selbst.

    Die Frage nach guten oder schlechten Bildern kann man stellen. Muss man aber nicht. Man wird gute und schlechte Bilder finden, wenn man sie beispielsweise nach technischer Umsetzung, Motivwahl oder Stimmung kategorisiert. Aber ganz allgemein wird das schwierig. Und wenn man ehrlich sein will, ist es im auch Prinzip unnötig, oder? Letzten Endes liegen Gut oder Schlecht immer im Auge des Betrachters. Das hier schon genannten Gursky-Bild ist da finde ich ein gutes Beispiel: Der Künstler verdient (bestimmt) Respekt für sein Werk – es muss mir aber nicht gefallen. (Und tut es im Übrigen auch nicht. Ich kann Gursky’s Bildaussagen da aber ganz allgemein nicht so recht folgen. Ist vielleicht ähnlich wie abstrakte Malerei. Die versteh ich auch nicht immer und mit dem Gefallen ist es da auch so eine Sache).

    Man neigt viel zu leicht dazu, alles in Schubladen zu stecken. Gut. Schlecht. Mittelmäßig. Weltklasse. Vielleicht sollte man statt zu bewerten eher genießen (auch wenn das wahrscheinlich nicht in unserer Natur liegt, mutmaße ich mal einfach. So sehr man sich auch bemüht, das In-Schubladen-Stecken wird man kaum los).

  2. Natürlich gibt es gute und schlechte Bilder. Alle Bilder an denen du hängen bleibst und die dich berühren, die dir eben gefallen, sind gute Bilder. Der Rest ist es eben nicht!

    Es bringt nichts, ein Bild mit perfekter Belichtung, sehr guten Schärfeverlauf inklusive toller Freistellung sowie gut getroffener, klassischer Bildaufteilung zu bewundern, wenn die Bildaussage nichtssagend und langweilig ist. Im Umkehrschluss macht es genauso wenig Sinn, über Bilder mit handwerklichen Fehlern die Nase zu rümpfen, wenn Einem das Gezeigte fesselt!

    @meine Vorschreiber:
    Ein Laie ist jemand, der auf einen bestimmten Gebiet KEINE Fachkenntnisse hat. Daher verstehe ich nicht, wieso ihr eure Kommentare mit diesen Hinweis zur Bedeutungslosigkeit verdammt? Zudem hat Jason nicht nach einer hochqualifizierten, akademischen Aussage gefragt, die er sich dann in Stein meißeln kann.

    1. Aber genau das meine ich. Nur weil einen ein Bild nicht berührt muss es ja nicht schlecht sein. Ich mach das ja teilweise selbst, weshalb ich auch andere Meinungen hören wollte. Wenn ICH ein Bild nicht gut finde, sage ich, dass es schlecht ist. Ein anderer sieht das Bild und ist der Meinung, dass es gut ist. Also gibt es irgendwie keine wirklich schlechten oder guten Bilder, sondern nur Bilder, die einen nicht ansprechen.
      Danke dass du das mit dem „Laien“ erwähnt hast. Ich mein klar hatte ich vor jetzt die 10 Gebote für gute Fotos in einen Stein zu meißeln 😀

      1. Ich kann ich verstehen. Doch die Entscheidung, ob ein Bild gut oder schlecht ist, treffe ich für mich alleine. Der Vergleich wird etwas hinken, da ich jetzt zwei unterschiedliche Genres heranziehe, aber zur Diskussion passt es ganz gut:

        Robert Capa’s Bilder von den Kampfhandlungen während der Alliertenlandung in der Normandie weisen allesamt Bewegungsunschärfen, sowie große Bildanteile mit ausgefressenen oder abgesoffenen Lichtern auf. Sie sind technisch gesehen also alles als gelungen! – Auch wenn zu seiner Ehrenrettung gesagt werden sollte, dass diese Fehler wohl erst aufgrund der fehlerhaften Entwicklung im Fotolabor passiert sein sollen. – Trotzdem faszinieren und fesseln mich die Bilder jedes mal, wenn ich sie mir anschaue. Für mich sind sie Extraklasse!

        Andreas Gursky’s weltbekanntes Bild „Rhein II“ ist m.E. technisch gesehen am Rande der Perfektion. Doch weil ich keinerlei Zugang zum Bildinhalt habe, stand ich damals in der Ausstellung davor und dachte mir: Für mich ist es trotzdem ein schlechtes Bild.

        Natürlich gibt es andere Leute, deren Meinung zu Capa’s Bildern „Ich kann auf diesen Fotos kaum etwas erkennen. Das bringt mir nichts!“ lautet und bei Gurksy’s „Rhein II“ glänzende Augen bekommen. Das ist völlig legitim! Doch deiner Ansicht folgend, müsste ich mich nun innerlich dagegen wehren, dieses Bild als schlecht zu empfinden, da erwiesenermaßen Personen existieren, denen dieses Foto sehr viel gibt. Genau das wäre nichts für mich. Der eigentliche Kniff liegt für mich darin, mir nie ein abschließendes Urteil zu bilden, sondern immer offen für neuen Input und neue Diskussionen über entsprechende Fotos zu sein.

  3. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, manchmal wundere ich mich selber, die Fotos die mir gut gefallen, gefallen anderen gar nicht, oder eben auch umgekehrt 😉 ich glaube es gibt keine schlechten Fotos, sie sind immer einzigartig egal wie jeder das auch empfindet.

    Ich bin auch Laie, aber ich fotografiere gerne 😉

  4. Also, da ich ja kaum wirklich Ahnung habe von Fotografie, könnte ich kaum mit Verschlusszeit und so weiter argumentieren. Und nur sagen „Das Licht gefällt mir nicht so gut, wie das andere“… Ich meine, das kennst du ja von mir^^
    Ich würde auch nicht sagen, dass wenn ein Bild technisch nicht richtig aufgenommen wurde, es schlecht ist. Denn selbst technische Fehler haben schließlich eine Wirkung, oder nicht?
    Gute Bilder sind für mich, die ich länger anguck, weil sie mich interessieren, beschäftigen… etwas an ihnen ist, das ansehenswert ist. und das kann sowohl bei „schlechten“ und „guten“ Bildern sein.
    Und selbst wenn ein Bild alle Formalen Aspekte perfekt erfüllt… kann es schlecht sein. Wenn ich es angucke und denke „Ja, gut… ein Foto.“ und es dann wieder vergesse.
    Und dann muss man bedenken, dass dieses Interesse an einem Bild bei jedem anders ist.
    Wie könnte man also allgemein Bilder als schlecht und gut abstempeln?
    Ich habe vorher noch nie so richtig darüber nachgedacht, bis du mich drauf gebracht hast…
    Aber klar, die Frage besteht: Was ist gut und was ist schlecht?
    Na ja, jetzt weißt du, was ich davon denke(so spontan^^)… mal so aus dem Blickwinkel einer Unwissenden 😉

    1. Wie gut, dass es mir nicht darum ging, ob jemand „Ahnung“ hat, sondern ich nur die Meinung hören wollte 😉 Aber wem sag ich das? Wenn jemand gut seine Meinung äußern kann, dann ja wohl die Caro 😉 Aber um zu deinem Kommentar zu kommen: genau das mit dem abstempeln ist das Problem. Wenn ein Foto nicht richtig scharf ist oder sonst irgendwas gibt es einfach immer wieder Leute, die sagen „Das ist schlecht, weil das ist unscharf.“. Ich merke, dass ich mir das sogar selbst aneigne. Nicht nur wenn ich andere Bilder sehe, sondern ganz extrem bei meinen eigenen Bildern. Teilweise verschwinden 100 % der an einem Tag geschossenen Bilder im Papierkorb, die ich vor einem Jahr vielleicht noch gefeiert hätte. 😀

  5. Ich als völliger Laie kann nur sagen, es geht mit bei einer Fotografie meist so, wie mit einem gemalten Bild oder einem anderen künstlerischen Werk. Entweder es spricht mich an, oder nicht. Manches sogar erst auf dem zweiten Blick. Und das kann auch völlig umscharf sein zum Beispiel. Aber wie gesagt. Bin nur ein kleiner Laie.

    1. Ob „Laie“ oder „Profi“ ist ja nicht wichtig. ich wollte ja nur mal eure Meinung hören, weil ich das Gefühl habe, dass immer öfter verlangt wird sowohl technisch als auch kreativ das non plus ultra bei Bildern haben zu müssen, da man sonst runter gemacht wird von einigen. Ich mein, irgendwo sollte einem sowas auch am A**ch vorbei gehen.

      1. Sicher gibt es Menschen mit dem Hang zur Perfektion, die diese auch von anderen Erwarten. Kenne das aus einer Schreibgruppe. Wie da manchmal mit Schreibern umgegangen wird, wegen fehlenden Kommata oder Rechtschreibfehlern. Und ich meine keine gravierenden Fehler. Es herrscht schnell eine herablassende Arroganz. Ich bin dann einfach mal weg. Zwar ärgere ich mich auch über Fehler, aber der stilistische Inhalt ist mir wichtiger. So sehe ich es auch bei einem Foto. Wie auch bei einem gemalten Bild…
        Und der Rest….gehört dahin, wie du es eben auch beschriebst 🙂

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